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28.03.2010 RC Konstanz - Stuttgarter RC II  61:00
Überlegener Sieg für den RC Konstanz

Nachdem der Favorit sich im Hinspiel noch kräftig plagen musste und zur Halbzeit sogar zurücklag gab es bei der Revanche einen Sieg mit eindeutigem Ergebnis.

Nachdem die Hausherren schon nach wenigen Minuten durch eine klasse Einzelaktion von Scrumhalf McCracken mit 7:0 in Führung gegangen waren, sollte sich zunächst ein gemächliches Spiel entwickeln, das bis zur Hälfte der 1. Halbzeit arm an Höhepunkten bleiben sollte und das durch viele Fehler beider Mannschaften sowie der eifrigen Pfeife des erst sein zweites Spiel leitenden Unparteiischen keine Fahrt aufnehmen konnte. Alleine einmal wurde es gefährlich, als Konstanz den Ball weit nach links auf ihren tschechischen Wing durchspielte, der ins Malfeld einlaufen konnte und mit einer artistischen Bewegung den Ball ablegen konnte, während er von 3 Stuttgartern ins Seitenaus des Malfelds getackelt wurde – vermutlich hat er jedoch zuerst die Linie berührt und der Versuch war viel zu unklar, als dass man ihn hätte geben können. Ansonsten boten beide Mannschaften bis dahin eher magere Kost, was sich jedoch sogleich ändern sollte. Ab etwa der 20. Minute vielen dann gleichmäßig verteilt etwa alle 8 bis 10 Minuten ein Versuch für die Heimmannschaft, die einerseits ihre spielerische Überlegenheit geltend machen konnte und andererseits schlicht zu schnell war für die Gäste aus der Landeshauptstadt. Diese besannen sich Ihrerseits auf Ihre Stärken und suchten Ihr Heil im Sturm, womit Sie mehrfach die Konstanzer Linie belagerten und auch etwas Pech hatten, dass ihre Bemühungen hierbei kein einziges Mal belohnt wurden weil immer doch noch ein Konstanzer Körper es schaffte, sich irgendwie zwischen Ball und Linie zu postieren. Im Endeffekt staute sich so langsam aber sicher ein aus 9 Versuchen und 8 Erhöhungen bestehendes Polster von 61:00 Punkten auf, dass bis zum Schlusspfiff bestand haben sollte. Insgesamt ein absolut harmonisches und unterhaltsames Spiel, dass über 3 Halbzeiten in vorbildlichem Sportgeist ausgetragen worden ist. Hervorzuheben bei der Danksagung ist auch der Schiedsrichter, denn auch wenn aller Anfang sehr schwer scheint, ist es schön zu sehen, dass es aus Freiburg jetzt ein Eigengewächs gibt, der es letztendlich seinen langjährigen Baden-Württembergischen RL-Kameraden erst ermöglicht, Ihren Sport auszuüben – dafür ein herzliches Dankeschön und Glückwunsch zum Einstand! Für Konstanz wird es erst in 3 Wochen weitergehen, dann mit dem wichtigen Spiel beim Tabellenführer HTV, gegen den es im Hinspiel ein umkämpftes Unentschieden gab, nach dem man nicht wusste, ob man sich freuen sollte, dass man nach einem Rückstand noch zum Punktgewinn kam oder ob man sich ärgern sollte, seine Chancen nicht genutzt und den möglich erscheinenden Sieg aus der Hand gegeben zu haben. Die Vorfreude auf einen vergleichbaren Krimi ist, bei allem Respekt vor dem starken Gegner, schon riesig.



22.11.2009      SCN II - RC Konstanz:  10:22

Ein Rugbyspiel dauert normalerweise 80 Minuten. Diesmal pfiff der Schiedsrichter beim 10:22 Auswärtssieg des RC Konstanz beim SC Neuenheim II schon nach 60 Minuten ab, doch wirklich freuen konnten sich die Gäste nach dem vorzeitigen Sieg nicht: Eher schon empfand man sich eines Bonuspunktes beraubt.
Das Spiel sollte mit einer eher amüsanten Szene beginnen: Nach starker Balleroberung durch den Konstanzer Sturm in der Hälfte des SCN wird der Ball weit gespielt. McCracken versucht die flach stehende Neuenheimer Verteidigungslinie zu überkicken, schießt den Ball aber aus kurzer Distanz mit voller Wucht ins Gesicht eines Verteidigers. Der auf diese unorthodoxe Art “geblockte” Ball springt vom Neuenheimer Gesicht im hohen Bogen über die vorwärts sprintenden Konstanzer Angreifer in deren Rücken, wo ihn der am schnellsten reagierende SCN Spieler aufpickt und über die nötige Geschwindigkeit verfügt, ihn über die ganze Strecke bis ins Malfeld zu tragen. Die simple Erhöhung stellt kein Problem dar, ganz dumm gelaufen, aber das ändert auch nix: 7:0 für die Gastgeber.
Der SCN wäre aber kein guter Gastgeber, wenn er sich für dieses Geschenk nicht prompt mit einem eigenen Klops bedankt hätte: Penalty für Konstanz an der Neuenheimer 22, mittig vor den Pfosten. Ohne das etwas angezeigt worden wäre nehmen mehrere SCN Spieler ganz offensichtlich an, dass Konstanz sich diese optimale Position nicht entgehen lassen würde und auf die sicheren drei Punkte gehen wird – zumindest machen etliche keinerlei Anstalten, sich zu positionieren. Gäste-Scrumhalf McCracken sieht, dass die Hälfte der Neuenheimer Verteidigung das Spiel eingestellt hat, führt den Penalty schnell aus und passt nach aussen, wo Roczyn viel zu viel Geschwindigkeit und Masse hat, als dass ihn die überraschten Verteidiger ernsthaft am Versuch hindern könnten. Die Erhöhung durch McCracken misslingt, und so steht es nach je einem Fauxpas 07:05 für die Heimmannschaft.
Im Anschluß daran tauschen beide Teams in der Phase um die Halbzeitpause rum je einen Penalty aus, so dass es bei einer zwei Punkte Führung des SCN bleibt. Nach der Pause aber dreht der RC Konstanz richtig auf, während die gerade im Sturm offenbar etwas ersatzgeschwächten Gastgeber mehr und mehr nachlassen. Insbesondere die nun große Überlegenheit der Konstanzer Forwards in den Standardsituationen macht Neuenheim in dieser Phase gewaltig zu schaffen: Scrums werden nur mit Mühe nicht weiter als die in der RL erlaubten 1,5m geschoben und alle Neuenheimer Line-outs werden jetzt auf 2 geworfen, wo der für dieses Spiel von Centre auf Openside zurückgekehrte starke Gassenfänger van Wyk sein Federgewicht nutzen und nun jeden SCN-Einwurf klauen kann. Die Überlegenheit in den Standards übertrug sich auch auf das restliche Spielgeschehen, so dass die Gäste nach der Pause zügig zu zwei weiteren Versuchen gelangten: McCracken tapped wieder einen Penalty und überrascht den SCN damit erneut ein bißchen, auch wenn sie diesmal etwas besser aufpassen. Der Ball kommt zu Kintr, der die Lücke in der nach außen verschiebenden Verteidigung sieht und durch die Neuenheimer Linie zum Versuch einläuft. Und van Wyk tut es ihm gleich: Ruck wenige Meter vorm Malfeld der Gastgeber, Ball wird weit gespielt, diesmal erkennt van Wyk das Loch und läuft mitten durch die Verteidiger zum nächsten Versuch ein. McCracken verwandelt diesmal beide Erhöhungen, es steht 10:22 und man hat noch gute 25 Minuten, um den zu diesem Zeitpunkt zumindest subjektiv sehr realistisch erscheinenden Bonuspunkt einzufahren (zugegebenermaßen hat der SCN natürlich zumindest theoretisch auch noch 25 Minuten, um seinerseits einen Bonuspunkt zu holen oder gar das Spiel zu drehen, was jedoch in dieser Phase nicht sonderlich wahrscheinlich wirkt).
Und dann kam der etwas kuriose Spielabbruch: Das Spiel musste ohne ausgebildeten Schiedsrichter stattfinden. Auf dem Neuenheimer, der sich dankenswerter Weise als Lückenbüßer zur Verfügung gestellt hat, soll nicht rumgehakt werden, denn ohne ihn hätte das Spiel nicht stattfinden können.
Um die 60. Minute herum war es dann so weit: Nachdem mal wieder ein Ruck von der Seite her angegangen wurde, ertönte ein Pfiff, nachdem schon zuvor von beiden Mannschaften einige Regelwidrigkeiten vorausgegeangen waren. Anstatt ihren erwarteten Penalty ausführen zu können, mussten ungläubige Konstanzer aber erfahren, dass der Aushilfsschiedsrichter sich entschlossen hatte, das Spiel zu beenden.
Die Bewertung dieser Entscheidung und des Spiels insgesamt fällt schwer. Wäre dies unter einem regulären Schiedsrichter passiert, könnte man es schlicht nicht hinnehmen. Da es sich um einen Sportsfreund handelt, der ohne Qualifikation hierfür eingesprungen ist, muss man die Angelegenheit differenziert sehen: Sicherlich kann man einerseits verstehen, dass ein nicht-ausgebildeter Schiedsrichter ein Spiel beendet, wenn er fühlt dass es ihm vollends aus der Hand gleitet und es zu riskant wird. Andererseits bleibt es vollkommen unverständlich, warum nicht mildere Mittel ausgeschöpft wurden, um die Disziplin wieder herzustellen: Es gab kaum Penalties und keine einzige gelbe oder gar rote Karte. Das Spiel wurde auch nicht wegen eines Gewaltausbruchs beendet wie etwa das Spiel der Neuenheimer gegen Pforzheim vor wenigen Wochen, sondern “nur” wegen eines allgemeinen Mangels an Disziplin.
Wer die RL Ba-Wü kennt, der weiß, wie hochgeschätzt (weil selten) Siege gegen HD-Teams, noch dazu in HD, sind. Das ein solches Spiel, dass zu diesem Zeitpunkt unserer Meinung nach versprach, ein deutliches Ergebnis mit Bonuspunkt zu werden, ohne greifbaren Grund abgebrochen wird, tut demnach also weh. Ganz besonders jenen 6 Ersatzspielern, die an diesem Tag läppische 550km im Auto saßen, um dann durch den verfrühten Abbruch keine Sekunde Spielzeit zu sehen. Trotz allem wohl verständlichen Ärgers wird der RC Konstanz jedoch wohl nicht am Grünen Tisch um den entgangenen Bonuspunkt kämpfen, sondern erkennt die Gründe des Schiedsrichters an und dankt ihm und dem SC Neuenheim für dieses Spiel.
Für den RCK an diesem Tage:
1Roczyn, 2Gieseler, 3Thomaschewski;
4Lambert, 5Weiershäuser;
6Cooke (VC), 8Langehein, 7van Wyk;
9McCracken ©;
10 Power;
12Kintr, 13 Duffy, K.;
11Galley, S., 14Schuler;
15Buckley
16Brüstle, 17Langenstein, 18Henke, 19Maybank, 20Pflumm, 21Galley, M., 22Metha

 


 

20.09.2009       Konstanz - Freiburger RC:  39:06

Konstanz fährt ersten Heimsieg der Saison ein

 

Wenn der RC Freiburg zum Süd-Derby der Regional-Liga Baden-Württemberg nach Konstanz an den Bodensee reist, dann läuft das Spiel zuallermeist nach dem gleichen Schema: Freiburger Power gegen Konstanzer Spielwitz. Das Spiel am Sonntag sollte keine Ausnahme sein… Freiburgs Marschroute schien klar definiert zu sein: Mit hohem Tempo beginnen, schnell punkten, das Spiel kontrollieren und den Ball nach aller Möglichkeit von den Hintermannschaften fernzuhalten. Die Forwards der Breisgauer legten auch los wie die Feuerwehr und konnte die Gastgeber sofort unter Druck setzen, ohne dabei jedoch entscheidende Durchbrüche vorne oder Überzahlen hinten zu schaffen.

Schon nach wenigen Minuten wurden die Gäste belohnt als ihr Scrumhalf einen Penalty sicher verwandelte.

Wie so oft wirkten erst diese ersten Gegenpunkte als Weckruf für die Konstanzer Stürmer. Kurz nach der Freiburger Führung spielte man zwei, drei Sturmphasen schnell hintereinander, Freiburg verteidigte aus einer Abseitsposition und Konstanz’ Scrumhalf Nigel McCracken ließ es sich nicht entgehen, den resultierenden Penalty 25m zentral vor den Stangen zum 3:3 Ausgleich zu verwandeln. In einem in diesem ersten Viertel der Partie ausgeglichenen Spiel gelang es den Freiburger Forwards mit großartiger Arbeitseinstellung die Konstanzer nur wenig zur Entfaltung kommen zu lassen. Hinzu kam, dass die Not-Erste-Reihe der Gäste der Nachwuchs-Erste-Reihe der Gastgeber im Scrum in dieser Phase zumeist überlegen war und auch das Freiburger Line-out dank eines Hookers, der an der Gasse einen absoluten Glanztag erwischte, bestens funktionierte. Doch Mitte der ersten Hälfte war es dann Konstanz, die zum ersten Versuch kamen: Der heimische Sturm arbeitete sich links in der Freiburger ‘22’ voran, die

Verteidiger mussten zuviele Spieler in die entstehenden Kontakt-Situationen stecken und nach einem schnellen Seitenwechsel durch die Hände der gesamten Hintermannschaft konnte Schuler an der rechten Aussenlinie zu einem leichten ersten Versuch einlaufen. McCracken schickte auch die Erhöhung von ganz aussen sicher durch die Pfosten.

Im Anschluß daran gelang es dem Konstanzer Sturm dann, im offenen Spiel und an der Gasse langsam aber sicher Parität herzustellen, da es den Forwards der Gäste absehbarer Weise nicht lange gelang, das hohe Tempo und den enormen Druck der Anfangsphase aufrechtzuerhalten. Als Resultat sahen sich die Gäste gezwungen, den Ball nun häufiger über die Hintermannschaft zu spielen, wo man jedoch im Vergleich zu seinem Sturm einen deutlichen Leistungsabfall zu verzeichnen hatte. In dem nun offeneren Spiel war die doch deutlich überlegene Konstanzer Hintermannschaft im Zeitraum um die Halbzeitpause ein ums andere mal schneller als ihre Freiburger Gegenüber, die ihrerseits die stabil stehende Konstanzer Defensive vor keine großen Probleme stellen konnte. Allein Freiburgs neuer englischsprachiger Fullback (oder Centre? Er tauchte immer wieder überall auf) zeigte einige tolle Läufe, erhielt jedoch kaum Unterstützung vom Rest der Hintermannschaft und sah sich daher sträflich

alleingelassen meist mit gleich mehreren Verteidigern konfrontiert, so dass auch dieser eine starke Spieler wenig ausrichten konnte. Der Freiburger Sturm hatte seine Körner in seiner kraftvollen Anfangsoffensive zu früh verschossen und traf nun auf einen ebenbürtigen Gegner, der, nachdem sich der junge Georg Langenstein in seinem zweiten Spiel am Scrum nach Anfangsproblemen gefangen hatte, auch hier sogar leicht die Oberhand gewinnen konnte. So konnten der erstmals auf Fly-half aufgelaufenen Kevin Duffy sowie der altbewährte Punktelieferant Abie van Wyk beide sowohl vor als auch nach der Pause zu jeweils zwei weiteren Versuchen einlaufen. Auch die junge, offensivstarke No.8 Philipp Langehein konnte sich direkt nach der Pause in die Scorerliste eintragen, als er nach einem schnell ausgeführten Penalty wenige Meter vor der Freiburger Linie von zwei Verteidigern nicht ernsthaft angegangen wurde und ohne Probleme ablegen konnte. Nachdem Freiburg in der ersten Häflte noch zu einem weiteren

Penalty gekommen war, stand es nun 39:06.

 

Mitte der zweiten Halbzeit wechselten die Gastgeber dann noch kräftig durch, was zwar den Spielfluß etwas verebben lies, jedoch nichts daran änderte, dass es beim 39:06 Endstand bleiben sollte. Am Ende bleibt festzuhalten, dass es ein Spiel war wie immer in den letzten Jahren, wenn Freiburg am Bodensee zu Gast war: Solange es der Freiburger Sturm schaffte, dass die Konstanzer Backs nur recht wenig Ball sahen, blieb das Spiel eng. Für Konstanz hingegen war es ausreichend, wenn ihre Stürmer gegen müde werdende Freiburger Parität herstellen konnten, denn ihrer dann groß aufspielenden Hintermannschaft hatte das Pendant der Gäste nur wenig entgegenzusetzen. Der Konstanzer Sieg mag mit 33 Punkten Differenz und 6:0 Versuchen vielleicht doch etwas zu hoch ausgefallen sein, da er nicht das sehr starke Anfangsviertel der Gäste wiederspiegelt. Anbetrachts der dominanten Phase um die Pause herum mit fünf Versuchen sowie der Tatsache, dass eine druckvolle Abwehrarbeit den Gästen über 80 Minuten keine einzige vielversprechende Try-Chance zugestand, waren Sieg wie Bonuspunkt aber fraglos hoch verdient.

 

Dank an den Schiedsrichter vom Schweizer Verband, der mit einer kleinlichen Regelausregelung zwar dem Spiel etwas den Fluß genommen haben mag, jedoch mit harter Linie von Anfang an diejenige Disziplin erzwang, die letztendlich allen Beteiligten ein sauberes, faires und schönes Spiel bei besten äußeren Bedingungen ermöglichte.

 

Für Konstanz spielten:

1 Langenstein, 2 Brost, 3 Thomaschewski;

4 Braun, 5 Weiershäuser;

6 Cooke (VC), 7 Buchanan; 8 Langehein,;

9 McCracken ©;

10 Duffy, K.;

11 Schuler

12 Gieseler

13 van Wyk

14 Galley, S.

15 Galley, M.

 

 


 

 

13.09.2009         Konstanz - SC Neuenheim II: 11:19

Konstanz unterliegt Bundesliga-Absteiger in zerfahrenem Spiel

 

Zum Saisonauftakt sollte es gleich das vermeintliche Spitzenspiel der Regionalliga im Südwesten Deutschlands geben: Der Absteiger der 2. Bundesliga vom größten Rugby-Verein Deutschlands gegen die Mannschaft, die als “Best-of-the-Rest” der Regionalliga Baden-Württemberg seit Jahren den Platz direkt hinter den jeweiligen Aufsteigern aus Heidelberg, Stuttgart oder zuletzt Karlsruhe gebucht hatte. Die Voraussetzungen, den Zuschauern bei bestem Wetter ein schönes Spiel zu bieten, waren also gut – allein, mit der Umsetzung dieses Vorhabens sollten beide Mannschaften dann doch so ihre Schwierigkeiten haben. Der SC Neuenheim lief bei seinem Gastspiel am Bodensee mit einer Mischung aus U-21 und Alten Herren auf, um den Aufenthalt in der Regionalliga BaWü dazu zu nutzen, diese jungen Spieler unter Führung einiger Veteranen an das Herrenlevel und somit mittelbar auch an ihre Bundesliga-Mannschaft heranzuführen. Der RC Konstanz seinerseits musste an diesem Wochenende auf etliche seiner Leistungsträger verzichten und war somit zum Improvisieren gezwungen, was dann zum Beispiel zu einer Centre-Paarung aus zwei ehemaligen Hookern und einigen anderen unfreiwilligen Experimenten führte, etwa einer ersten Reihe, die in dieser Besetzung ihr Debüt feierte. Die erhoffte körperliche Überlegenheit im Sturm gegen die jungen Neuenheimer war durch die Ausfälle jedoch dahin, hier hatte im Gegenteil eher der SCN die Nase vorn.

Nachdem sich beide Mannschaften zu Beginn neutralisierten, konnte der SCN kurz vor Mitte der ersten Halbzeit seine schnellere Hintermannschaft ausspielen und lief zu einem schön herausgespielten Versuch in Malfeld der Gastgeber ein. Direkt im Anschluss konnte der Konstanzer Scrumhalf den Spielstand jedoch drehen, nachdem ein Neuenheimer Spieler binnen weniger als zehn Minuten dreimal hintereinander einen Penalty wegen Tretens weggegeben hatte, von denen zwei auf die Stangen gekickt und sicher verwandelt wurden. Kurz vor der Halbzeitpause holte sich der SCN die Führung jedoch zurück, als sie nach einem Scrum wenige Meter vor der Konstanzer Linie mit einem wuchtigen Lauf ins Malfeld eintauchen konnten. Somit gingen die Gastgeber mit einem Rückstand in die Pause, den sie nicht mehr in der Lage sein sollten, nochmals zu drehen.

Die zweite Halbzeit wurde spielerisch deutlich besser, auch weil sich nun beide Mannschaften mehr auf ihr Spiel konzentrierten als darauf, den Schiedsrichter zu beeinflussen. Beide Mannschaften konnten noch je einen schönen Versuch durch schnelles Hintermannschaftsspiel legen und so trennte man sich im Endeffekt mit einem anerkanntermaßen verdienten 19:11 Sieg des SC Neuenheim.

 

Der RC Konstanz erwartet am nächsten Sonntag den langjährigen Rivalen aus Freiburg. Gegen diesen traditionell äußerst sturmlastigen Gegner wird man dann wohl hoffentlich wieder auf die meisten der gestrigen Ausfälle zurückgreifen können, um so auf den guten Ansätzen des gestrigen Spiels aufbauen und mit seiner auf dem Papier überlegenen Hintermannschaft den ersten Saisonsieg landen zu können.

 

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